Wirkung von Nikotin, Sucht und Entzug

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Wie funktioniert unser Gehirn? Was macht Nikotin mit uns? Warum sind wir süchtig? Was passiert beim Entzug und warum bewirkt NES ein Abmindern der Entzugssymptome?
Ein Überblick aus medizinischer Sicht !

So funktioniert ein gesundes Gehirn

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Unser Gehirn muss täglich eine Fülle von Informationen verarbeiten. Dabei geht es nicht nur darum, dass wir gehen können, stehen können, sehen können usw. Auch Informationen zu emotionalen Dingen müssen verarbeitet werden und alles muss zudem auch noch gespeichert werden, dafür sorgt das Gehirn als unser Gedächtnis. Dabei muss auch noch differenziert werden in das, was für uns wichtig und was unwichtig ist. Diese ungeheure "Rechenleistung" vollbringt unser Gehirn mithilfe von Milliarden von sog. Neuronen. Diese Neurone sind untereinander verschaltet. Teils hintereinander, teils als Netzwerk und teils durch Querverbindungen. Diese Neuronen sind Nervenbahnen, die relativ kurz sind. Die Unterbrechungen zwischen den einzelnen Neuronen sind die Synapsen. Bekommt ein Neuron nun ein Signal, so läuft dieses Signal als elektrischer Impuls das Neuron entlang, bis das Signal am Ende des Neurons ankommt. Jetzt gilt es, die Trennung zum nächsten Neuron (die Synapse) zu überwinden. Dies gelingt, indem durch den elektrischen Impuls, je nachdem was bewirkt werden soll, ein entsprechender Botenstoff freigesetzt wird. Diese Botenstoffe heißen Transmitter. Diese Transmitter durchwandern die Synapse und werden am anderen Neuron registriert und wieder in einen elektrischen Impuls umgewandelt, der wieder das Neuron entlang läuft, bis zur nächsten Synapse, wo das "Transmitter-Spiel" von neuem beginnt. Die Synapse, der Kontakt zwischen zwei Neuronen, überträgt also auf chemischem Weg die elektrischen Reize von einem Neuron auf das andere.
Einer dieser Transmitter, der bei der Nikotin-Sucht eine wichtige Rolle spielt, ist das Dopamin. Auch das Dopamin wird bei Bedarf freigesetzt, wandert durch den synaptischen Spalt und dockt auf der gegenüberliegenden Seite des Spaltes an den sog. Rezeptoren für Dopamin an. Werden genug Rezeptoren gefunden, wird wieder ein elektrisches Signal erzeugt. Überflüssiges Dopamin wird durch sog. Transporter wieder ins Ausgangsneuron zurückbefördert.

Im Rausch des Nikotins

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Unser Gehirn regelt vieles, auch unsere Emotionen. Wenn wir etwas Schönes erleben, werden in unserem Gehirn gute Gefühle ausgelöst (s. So funktioniert ein gesundes Gehirn). Vermittelt wird dieses angenehme Gefühl durch sog. Transmitter im Gehirn. Wir wollen sie Botenstoffe oder Boten nennen. Und in diesem Fall, weil sie eben glückliche Gefühle vermitteln: Boten des Glücks.
Nikotin hat einen solchen Effekt. Wenn wir rauchen, ersetzen wir diese Boten des Glücks durch Nikotin. Das ist der Grund, warum Nikotin so wirkt, wie es wirkt (entspannend, anregend, usw.).
Allerdings hat die Sache auch einen Haken. Wenn nun Nikotin von außen zugeführt wird, „denkt“ das Gehirn: „Boten des Glücks sind im Übermaß vorhanden, du kannst die Produktion deiner eigenen Glücks-Botenstoffe einstellen“. Das Nikotin übernimmt also die Glücksboten-Funktion, das Gehirn produziert selbst keine Glücksbotenstoffe mehr. Hört man jetzt mit dem Rauchen auf, so macht sich das bitter bemerkbar (s. Was geschieht beim Weglassen von Nikotin, beim Entzug)

Dopamin und das Begehren

Genuss
Das sog. Belohnungssystem im Gehirn (das Limbische System) besteht aus mehreren, über Neuronen miteinander verschalteten Zentren. Es liegt zentral unter dem Großhirn. Es ist gewissermaßen eine der emotionalen Schaltzentralen in unserem Körper. Es ist dafür verantwortlich, dass Reize, die dem Organismus nützlich erscheinen, Gefühle von Lust, Genuss und Zufriedenheit hervorrufen. Solche Reize entstehen z.B. beim (lebenserhaltenden) Essen oder beim (arterhaltenden) Sex. Bei solchen nützlichen Reizen wird als Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Dieser "Glücksbotenstoff" gelangt über Neuronen (s. So funktioniert ein gesundes Gehirn) ins vordere Großhirn, das Frontalhirn, dass die emotionalen Vorgänge steuert. Besonders Nikotin, aber auch viele andere Suchtmittel lösen die Dopaminfreisetzung auf chemischem Weg aus und täuschen so dem Gehirn Genuss vor.

Die Sucht hat ein Gedächtnis

Baum als Gehirn
Das Suchtgedächtnis
Das große Problem beim Konsum von Suchtstoffen ist, dass der Körper sich so an die Stoffe gewöhnt, dass auch nach abgeschlossenem Entzug immer wieder heftigstes Verlangen nach der Droge auftaucht. Die Sucht hat also offensichtlich ein Gedächtnis. Wie aber funktioniert das?
Wie wir gesehen haben (s. Dopamin und das Begehren) prägt sich das Gehirn den auslösenden Reiz als besonders wünschenswert ein, wenn Dopamin im Spiel ist. Da beim Nikotinkonsum Dopamin freigesetzt wird, wird auch Nikotin als besonders wünschenswert und nützlich abgespeichert. Ist das oft genug geschehen, so reagiert das Gehirn bereits schon auf Situationen, die mit dem Rauchen oder mit der Vorbereitung zum Rauchen zu tun haben, mit der abgespeicherten Reaktion, ohne das wir tatsächlich rauchen. So wie uns das Wasser im Munde zusammenläuft beim Gedanken an ein Essen, ohne das wir es tatsächlich essen, so reagiert das Gehirn auf Reize, die mit dem Rauchen zu tun haben, ohne das wir tatsächlich rauchen. Auf diese Art und Weise entsteht das Suchtgedächtnis und macht sich mit dem Verlangen nach der Substanz (in der Expertensprache "Craving" genannt) bemerkbar. Ein Verlangen, das auch dann entsteht, wenn wir nicht (mehr) rauchen (s. Was geschieht beim Weglassen von Nikotin, beim Entzug).

Was geschieht beim Ausbleiben von Nikotin, beim Entzug?

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Durch das von außen zugeführte Nikotin wurde dem Gehirn quasi vorgegaukelt, dass der Glücks-Botenstoff Dopamin ausreichend vorhanden sei. Das Gehirn stellt deshalb die Produktion der eigenen Botenstoffe ein (s. Im Rausch des Nikotin).
Versucht man jetzt mit dem Rauchen aufzuhören und lässt das Nikotin weg, "wundert" sich das Gehirn zunächst nach dem Motto: „wo bleibt mein Glücksbotenstoff?“ Weil das Gehirn aber selber über längere Zeit keine Glücksbotenstoffe mehr produziert hat, muss die Produktion erst wieder angeschoben werden, sie muss erst wieder anlaufen. Und das dauert!
In der Realität bedeutet das: (noch) keine Glücksbotenstoffe aus dem Gehirn und (Sie haben ja mit dem Rauchen aufgehört) auch kein Ersatz in Form von Nikotin.
Die Folge ist der Nikotin-Entzug!
Biochemisch kommt es einige Zeit nach Beendigung der Nikotinzufuhr zu einem Abfall des Dopaminspiegels und zu Entzugssymptomen wie Gereiztheit, depressive Verstimmungen, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Angstzustände. Erst nach neuerlicher Nikotinzufuhr klingen diese Symptome ab, Dopamin wird wieder freigesetzt, das Verlangen vorübergehend gestillt – der Kreislauf der Sucht ist in vollem Gang. Nach Beendigung der regelmäßigen Nikotinzufuhr kann die Entzugssymptomatik zwei bis drei Wochen anhalten.

Wie NES die Entzugssymptome lindert

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Wie Sie gelesen haben (s. Was geschieht beim Weglassen von Nikotin, beim Entzug), regelt das Gehirn seine Dopamin-Produktion unter Nikotinkonsum nach unten. Der Entzug entsteht, weil weder Nikotin als Dopamin-Ersatz noch körpereigenes Dopamin zur Verfügung stehen und der Körper sehr lange Zeit braucht (manchmal bis zu einem Jahr), um die körpereigene Dopamin-Produktion wieder in ausreichendem Maße anzuschieben.
Man kann sich das vorstellen wie mit einem Feuer: wenn man das Feuer permanent am Brennen hält, wärmt es einen und das Gefühl ist gut. Ist das Feuer erstmal erloschen, muss es neu entzündet werden und das kann schwierig sein. Bis es wieder richtig brennt, das kann dauern. Ohne Feuer haben wir keine Wärme, wir frieren. Unsere Gefühle sind nicht gut. Im Falle des Nikotins haben wir einen Entzug.
Durch die NES wird die Entwicklung der körpereigenen Glücksbotenstoffe wieder angeschoben, der Fachman sagt: "getriggert". Wenn Sie bei dem Feuer-Beispiel bleiben, ist die NES (oder das Gerät NEScure) quasi der Grillanzünder. Das Feuer (also die Dopamin-Produktion) kann damit schnell und unproblematisch wieder entfacht werden. Es brennt in kurzer Zeit wieder (bzw. es wird wieder Dopamin produziert).

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